Franziskanerkloster
1604
Erste Überlegungen, eine Niederlassung der Franziskaner in Ehingen einzurichten. Die notwendigen finanziellen Mittel sollen durch Zusammenlegung mehrerer Kaplaneipfründen gewonnen werden.
1630
Dank der Unterstützung, die das Projekt von Erzherzogin Claudia und Erzherzog Leopold von Österreich erfährt, kann der Widerstand verschiedener Ehinger Gruppen gegen die Klostergründung überwunden werden. Im November treffen jeweils zwei Patres und zwei Laienbrüder ein. Sie bewohnen ein leerstehendes Kaplaneihaus bei der Liebfrauenkirche.
1633
Nach dem Tod von Pfarrvikar Oethäus gewinnen die Ordensleute durch ihr Wirken in Verkündigung und Predigt große Sympathie bei der Bevölkerung.
1636
Der österreichische Statthalter Hans Christoph Schenk von Stauffenberg stiftet den Ehinger Franziskanern 4.000 Gulden für den geplanten Klosterneubau. Bürgermeister und Rat der Stadt Ehingen übertragen den Franziskanern vorläufig die Betreuung der Frauenkirche.
1638
Bürgermeister und Rat der Stadt Ehingen schenken dem Provinzial des Franziskanerordens die Frauenkirche sowie das angrenzende Gelände als Bauplatz für das zukünftige Kloster. Die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges lassen jedoch einen Baubeginn vorläufig noch nicht zu.
1650
Nach dem Ende des Krieges 1648 erfolgt die Grundsteinlegung zum Bau des Klosters. Die Pläne stammen vom Ulmer Baumeister Leonhard Buechmüller.
1653
Vollendung der Konventsgebäude.
1723 − 1725
Barocker Neubau der Liebfrauenkirche.
1806
Nach der Säkularisierung nahm das Ehinger Kloster Mitglieder aus aufgehobenen Barfüßerkonventen Oberschwabens auf. Später mussten auch die Franziskaner ihr Kloster Zug um Zug räumen.
1812
Auf Anweisung der württembergischen Behörden stellten die Franziskaner einen Teil des Klostergebäudes für das Ehinger Gymnasium zur Verfügung.
1822
stirbt der letzte Ehinger Franziskanerpater, die beiden letzten Laienbrüder müssen das Kloster verlassen.
1825
übernimmt die Stadt Ehingen das Franziskanerkloster im Tausch gegen das ehemalige Benediktinerkollegium. Die Konventsgebäude werden als Spital, als Krankenhaus genutzt.
1850
Die Franziskanerinnen übernehmen die Krankenpflege im Spital. Das Ehinger Haus ist bis 1861 Mutterhaus, dann verlegt der Orden sein Mutterhaus nach Reute.
1887
Die Krankenabteilung wechselt in das neu errichtete Bezirkskrankenhaus. Im ehemaligen Kloster bleibt das Spital unter der Leitung der Schwestern als Altersheim.
1984
zieht das Altersheim in einen Neubau um. Die Klosteranlage steht in den folgenden Jahren weitgehend leer, lediglich einige Räume werden noch von den Reutener Schwestern bewohnt.
1992
beschließt der Gemeinderat, das denkmalgeschützte Ensemble an der Liebfrauenkirche grundlegend zu sanieren. Dabei sollte die alte Bausubstanz erhalten bleiben, die baulichen Veränderungen des 19. Jahrhunderts wurden zurückgenommen. Dachausbauten wurden entfernt, der alte Kreuzgang rekonstruiert. Weiterhin konnte mit Mitteln der Denkmalstiftung Baden-Württemberg die Holzfelderdecke aus dem 17. Jahrhundert freigelegt und saniert werden. Besonderer Wert wurde auf eine behindertengerechte Gestaltung der Räume gelegt.
17. Juni 2000
In einem feierlichen Festakt wird das Gebäude seiner neuen Bestimmung übergeben, es beherbergt jetzt das Kulturamt der Stadt Ehingen. Die Volkshochschule verfügt hier über moderne Unterrichtsräume für Sprach- und Computerkurse. Die Jugendmusikschule hat eine Vielzahl von Probenräumen unterschiedlichen Zuschnitts. Besonders erwähnenswert ist der Ernst-und-Anna-Rumler-Saal, der für Vorträge, Orchesterproben und Konzerte genutzt wird. Das Stadtarchiv kann seine Schätze in klimatisierten Magazinen sicher und sachgerecht aufbewahren, Personal wie Besucher freuen sich über die entscheidend verbesserten Arbeitsbedingungen.
